Herzlich Willkommen...

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Interessierte,

mit diesem Blog wollen wir als Gewerkschaft ver.di euch / Sie über aktuelle Vorgänge beim Baur-Versand Burgkunstadt transparent und schnell informieren und euch / Ihnen Gelegenheit geben, sich zu äußern.
Wir haben uns für diese Informationsverbreitung aus unterschiedlichen Gründen entschieden: Zum einen seid ihr / sind Sie so nicht mehr auf Gerüchte angewiesen, die ja alltäglich aufkommen, zum anderen kommen über diesen Kanal Informationen aus erster Hand blitzschnell zu Euch / Ihnen nach Hause.
Wir werden unser Bestes geben, so aktuell wie möglich, und so ausführlich wie nötig zu informieren. Gerne könnt ihr Euch / können Sie sich durch Kommentare einbringen. Zensur wird unsererseits bei Einträgen ausgeübt, die offensichtliich unfair sind, klar die Unwahrheit verbreiten oder ins Niveaulose abgleiten.
Wir wünschen uns und euch / Ihnen viel Spaß beim Lesen und Schreiben und Kommentieren.

Euer / Ihr ver.di-Blog-Team
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Montag, 23. April 2018

Jetzt wird es aber schmutzig!


Bei Baur finden ab dem 23. April die Betriebsratswahlen statt. Bis zur Betriebsversammlung vor gut einer Woche verlief alles ordentlich. Drei Listen wurden aufgestellt. Die Listen haben sich vorbereitet, Stützunterschriften gesammelt und ihre Listen eingereicht. Flyer mit den Kandidatinnen und Kandidaten und Zielen der Listen wurden erstellt und an die Kolleginnen und Kollegen verteilt. Und der Betriebsrat hat beschlossen, dass an der Betriebsversammlung jede Liste die Gelegenheit bekommt, sich 15 Minuten lange vorzustellen.
So weit so gut.

Und dann wurde es heftig: Am Tag vor der Versammlung hatte jede Liste die Gelegenheit, an der bereitstehenden Anlage (Beamer und Musikanlage), soweit vorgesehen, ihre Präsentation zu testen. Was auch fehlerfrei geklappt hat.
Und dann die böse Überraschung: Am Morgen vor der Betriebsversammlung waren sämtliche Kabel für eine der Listen abgebaut und es wurde anfangs sogar von einem Listenmitglied einer konkurrierenden Liste verweigert, diese Kabel wieder zurückzugeben. Die Verkabelung dieser Liste war weiterhin vorhanden. Erst nach langer Diskussion wurden die Kabel kurz vor Beginn der Versammlung wieder zur Verfügung gestellt. Ein erneuter, ausreichender Test war nicht mehr möglich und die Verkabelung musste abermals völlig grundlos aufgelöst werden. Mit dem zu erwartenden Ergebnis, dass Teile der Präsentation der davon betroffenen Liste nur lückenhaft gezeigt werden konnte. Eine klar rechtlich unerlaubte Beeinflussung der Betriebsratswahl! Vor allem wenn man berücksichtig, dass der Verursacher diesen Konflikts auch noch der Vorsitzende des Wahlvorstandes ist.

Dies wurde nach mehreren vergeblichen Vermittlungsversuchen durch die von diesem Eingriff betroffene Liste von dieser in einem Flyer sehr sachlich und korrekt dargestellt, um den Beschäftigten die wichtigsten Hintergründe zu diesem Vorgang zu erklären.
Und jetzt wird auch noch durch die Liste des Verursachers alles versucht, den Verursacher dieses völlig unnötigen Konflikts als Opfer darzustellen.

Stecken hinter diesem unverständlichen Verhalten vielleicht ein Stück weit auch die Angst vor einem möglichen Stimmenverlust und somit Sitzverlusten im Betriebsrat?

Die Beschäftigten haben mehr verdient als solch einen völlig unnötigen Konflikt.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Kolleginnen und Kollegen der Baur-Gruppe diese Vorgänge für sich richtig bewerten. Sich bei ihrer Entscheidung wieder durch die Inhalte und Ziele der Listen und die Bewerber leiten lassen und nicht von solch einen Hick-Hack, anderweitiger Angstmache oder öffentlicher Profilierungsversuche Einzelner beeinflussen lassen.

Freitag, 16. Februar 2018

Montag, 18. September 2017

Demokratie wählen!


Beschäftigte von Baur demonstrierten in Düsseldorf für die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge

2.000 Handelsbeschäftigte demonstrieren in Düsseldorf - Bsirske fordert Stärkung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen - Nahles fordert Pakt für anständige Löhne

Berlin, 09.09.2017

Über 2.000 Beschäftigte der Handelsbranche haben heute in Düsseldorf in Anwesenheit von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles für allgemeinverbindliche Tarifverträge demonstriert. Hintergrund ist die mittlerweile geringe Tarifbindung im Handel, mit nur noch 30 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel und 21 Prozent im Groß- und Außenhandel in tarifgebundenen Unternehmen. Anlass des Protestes sind die bis zu einem Drittel geringeren Löhne und schlechteren Arbeitsbedingungen in den zunehmend nicht-tarifgebundenen Handelsunternehmen gegenüber den tarifgebundenen. Der Vorsitzende der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske wertete dies auf der Kundgebung als klares Signal an Arbeitgeber und Politik, die Tarifbindung in der neuen Legislaturperiode nach der Bundestagswahl zu stärken. 

"Die künftigen Koalitionspartner werden sich daran messen lassen müssen, ob sie die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber Unternehmen, die Lohndrückerei betreiben, stärken", rief der Gewerkschaftsvorsitzende auf der Abschlusskundgebung der Beschäftigten. Bei einem Umsatzplus von zwei Prozent im Jahr 2017 beschäftige der Handel in weiten Teilen Frauen in Minijobs und Teilzeit und zahle dabei prekäre Löhne, so Bsirske. "Das ist das Ergebnis der Tarifflucht der letzten Jahre. Die Beschäftigten der Branche erwarten zurecht faire Löhne, die tariflich abgesichert sind, sowie eine gesetzliche Stärkung der Tarifbindung und der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen in Deutschland. 
Tarifflucht darf sich in unserem Land nicht länger lohnen", sagte Bsirske heute in Düsseldorf.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles kündigte vor den Demonstrierenden an: "Ich setze alles daran, die Tarifpartnerschaft zu stärken und eine flächendeckende Tarifbindung zu erreichen". Das sei besonders im Einzelhandel wichtig. Viel zu viele würden daran gehindert werden, gemeinsam für ihre Interessen zu kämpfen, indem sie in befristeten Verträgen hingen, indem sie als Leiharbeitnehmer hin und her geschickt würden oder indem Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse in Mini-Jobs umgewandelt würden, so Nahles. "Ich rufe die Arbeitgeber dazu auf, sich Allgemeinverbindlicherklärungen von Tarifverträgen nicht systematisch in den Weg zu stellen. Denn faire Bedingungen nutzen auch den Einzelhändlern. Wir brauchen mehr allgemeinverbindliche Tarifverträge. Wir müssen die Regeln für die Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen so weiterentwickeln, dass sie öfter und leichter anwendbar sind. Um diese Fragen gemeinsam zu besprechen, brauchen wir in Deutschland einen Pakt für anständige Löhne", sagte die Ministerin.

Das für Handel zuständige ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger machte in ihrer Rede in Düsseldorf deutlich: "Wir haben durch die Tarifflucht der Unternehmen eine dramatische Situation im Handel, die zu Armutslöhnen und späteren Armutsrenten führt. Die Unternehmen haben sich systematisch aus ihrer Verantwortung gestohlen, zulasten der Beschäftigten und ihrer Familien, aber auch der ganzen Gesellschaft, die dieses Geschäftsmodell im Einzelhandel allein 2015 mit 1,4 Milliarden Euro Steuergeldern subventioniert hat". Damit müsse Schluss sein, forderte Stefanie Nutzenberger. Löhne müssten zum Leben reichen, die Arbeitgeber müssten ihre Blockadehaltung aufgeben.