Herzlich Willkommen...

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Interessierte,

mit diesem Blog wollen wir als Gewerkschaft ver.di euch / Sie über aktuelle Vorgänge beim Baur-Versand Burgkunstadt transparent und schnell informieren und euch / Ihnen Gelegenheit geben, sich zu äußern.
Wir haben uns für diese Informationsverbreitung aus unterschiedlichen Gründen entschieden: Zum einen seid ihr / sind Sie so nicht mehr auf Gerüchte angewiesen, die ja alltäglich aufkommen, zum anderen kommen über diesen Kanal Informationen aus erster Hand blitzschnell zu Euch / Ihnen nach Hause.
Wir werden unser Bestes geben, so aktuell wie möglich, und so ausführlich wie nötig zu informieren. Gerne könnt ihr Euch / können Sie sich durch Kommentare einbringen. Zensur wird unsererseits bei Einträgen ausgeübt, die offensichtliich unfair sind, klar die Unwahrheit verbreiten oder ins Niveaulose abgleiten.
Wir wünschen uns und euch / Ihnen viel Spaß beim Lesen und Schreiben und Kommentieren.

Euer / Ihr ver.di-Blog-Team
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Dienstag, 19. November 2013

Brisantes Thema: Arbeitschutz


Hoffen wir, dass die verbleibenden Mitglieder des Betriebsrates der Firma Moll die Kraft und Ausdauer haben, genauso engagiert gegen die Missstände bei Moll vorzugehen, wie ihr bisheriger Vorsitzender Uli Wenzel. Ein wichtiger Schwerpunkt war und ist hier der Gesundheitsschutz. Eine Gemeinsamkeit mit Baur, auch wenn im Versandhandel andere Bedingungen als in der Industrie herrschen.

Auch in der Baur-Gruppe sind die Krankenquoten relativ hoch. Das wurde von ver.di-Betriebsräten schon seit Jahren angeprangert. So war es auch wieder in der letzten Betriebsversammlung zu hören. Zur Senkung der Krankenquoten haben aber die eher zaghaften Versuche der Personalleiterin in den letzten Jahren leider nicht viel beigetragen.

Momentan kommen aus diversen Bereichen einzelne Bemühungen, die hohen Krankenstände in den Griff zu bekommen. Hoffen wir, dass sie erfolgreich sein werden. Die Krankenquote hängt auch mit der Führungsqualität zusammen. Deshalb gilt dem Miteinander zwischen Führungskräften und Mitarbeitern ganz besondere Aufmerksamkeit.

Auch für den Baur-Betriebsrat ist es Zeit - wie bei Moll - aktiv zu werden! Auch wenn er es bis jetzt, nach fast 4 Jahren Amtszeit und trotz entsprechender Anträge, nicht einmal geschafft hat, die Vertreter des Betriebsrates für den Arbeitssicherheitsausschuss neu zu bestimmen!

Donnerstag, 14. November 2013

Outsourcing? Skandal bei Baur?

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28.10.2013:
Weltbild-Mitarbeiter protestieren
Mitarbeiter der kirchlichen Verlagsgruppe Weltbild sind am Wochenende gegen den geplanten Stellenabbau in dem Unternehmen auf die Straße gegangen. Nach Polizeiangaben nahmen am Samstag rund 150 Menschen an einer Demonstration in Augsburg teil. Schwarz gekleidet zogen sie von einer Weltbild-Filiale zum Augsburger Bischofssitz. Auf Schildern standen Sprüche wie "Weltbild lässt Köpfe rollen, die Kirche den Rubel!". Das von der katholischen Kirche getragene Medienhaus will seinen Kundendienst auslagern, davon sind rund 140 Mitarbeiter betroffen. Die Gewerkschaft Verdi wirft der Weltbild-Geschäftsführung vor, „ein schnelles Outsourcing ohne Rücksicht auf die Folgen für die Beschäftigten“ durchsetzen zu wollen.

Während bei Weltbild die Beschäftigten gegen eine Auslagerung der Kundenbetreuung kämpfen, werden bei Baur mit Zustimmung des Betriebsrates still und heimlich Callcenter-Aktivitäten in der Türkei getestet.
Solche Maßnahmen stellen auch immer eine große Gefahr für die hiesigen Arbeitsplätze dar!

Das ist ein Skandal!

Respekt vor den Beschäftigten bei Weltbild! Sie wehren sich!

Und bei Baur?
- Was weiß der Betriebsrat? 
- Hat er Bedingungen gesetzt? 
- Wie wird es wohl nach dem Test weitergehen?
- Wie steht er zu dieser Arbeitsplatzgefährdung?
- Ist das eine vorzeitige Flucht vor dem möglicherweise drohenden Mindestlohn?
Man darf gespannt sein, was dazu in der kommenden Betriebsversammlung zu erfahren sein wird.

„Wer in der Arbeit bloß einen reinen Kostenfaktor sieht, dessen Preis so weit wie möglich gedrückt werden muss, der hantiert mit sozialem Sprengstoff, der rüttelt an den Grundfesten unserer Zivilisation.“ (Johanes Rauh)



 

Montag, 11. November 2013

Was macht eigentlich ein Betriebsrat?


Betriebsräte sind für die Kollegen da. Sie sorgen für einen Ausgleich des nun mal existierenden Ungleichgewichts zwischen Kapital (der Unternehmer = der Stärkere) und Arbeit (der Arbeitnehmer = der Schwächere).

http://www.vau-online.de/Grafiken/kunststueck.gif

Dass Kündigungen, Gesundheitsschutz, Einkommen, Arbeitszeiten, Versetzungen, Organisationsveränderungen etc. im BR behandelt werden, passiert nicht, weil der Arbeitgeber diesen gern in seine Entscheidungen einbezieht, sondern weil er dazu verpflichtet ist: durch in Jahrzehnten von Arbeitnehmern und Gewerkschaften erkämpfte Gesetzen zum Wohl der Beschäftigten. 

Grundlage der BR-Arbeit ist das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Demnach arbeiten Betriebsrat und Arbeitgeber unter Beachtung der geltenden Tarifverträge vertrauensvoll und im Zusammenwirken mit den im Betrieb vertretenen Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs zusammen.

Damit der BR mitgestalten kann, hat er umfassende Beteiligungsrechte in sozialen, personellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten. Nämlich das

- Informationsrecht
- Beratungsrecht
- Mitwirkungsrecht
- Mitbestimmungsrecht 

Aufgabe eines jeden Betriebsratsgremiums ist es, seine gesetzlichen Rechte und Pflichten zum Schutz der Beschäftigten auch umfassend wahrzunehemen.

Mehr Infos? Zum Beispiel hier:
http://www.verdi.de/service/fragen-antworten/++co++e5a9cfae-a883-11e0-43aa-00093d114afd
http://acdnerft.verdi.de/besondere-dienste.hessen/service_fuer_betriebsraete/betriebsraete/aufgaben_des_betriebsrates
http://de.wikipedia.org/wiki/Betriebsrat
http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/betrvg/gesamt.pdf
http://www.dgb.de/themen/++co++078e3d4c-3b4c-11df-4677-00188b4dc422

Freitag, 1. November 2013

Einen Schritt vor, zwei Schritte zurück


Fünfte Tarifverhandlung im bayerischen Einzelhandel
brachte keinen Durchbruch

München, 31.10.02013. In der fünften Tarifverhandlung am 31. Oktober für die
Beschäftigten des bayerischen Einzelhandels kam es zu keinem Durchbruch
für den seit sechs Monaten dauernden Tarifkonflikt. Es kam zu kleinen Verhandlungsfortschritten,
die aber durch die unnachgiebige Haltung der Konzernvertreter
zu keinem Durchbruch reichten.

"Seit sechs Monaten haben die Beschäftigten im Einzelhandel auf jede erdenkliche
Art deutlich gemacht, dass sie endlich tarifliche Entgelterhöhungen brauchen und
sie wieder den Schutz der existenzsichernden Tarifverträge wollen. Dies führte zwar
dazu, dass die Konzernvertreter am Verhandlungstisch ihre Forderung nach Kürzungen
bei der Bezahlung der Verkaufs- und Kassiertätigkeit zurücknahmen; sie
bestehen aber weiterhin auf die Flexibilisierung der Arbeitszeit, den Kürzungen bei
den Nacht- und Spätzuschlägen sowie Billiglöhne für die Beschäftigten der
Warenverräumung. Sie gehen einen Schritt vor, aber gleich wieder zwei zurück,
damit bleibt diese Tarifrunde ein Drama ", so Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer
in Bayern.

„Leider haben die Arbeitgeber die Chance zu einer Lösung nicht genutzt, damit
bleibt nur noch die Möglichkeit, dass es in einem anderen Bundesland zu einer Lösung
kommt, ansonsten sind Streiks im Weihnachtsgeschäft nicht mehr auszuschließen“
so Thiermeyer weiter.

Einen neuen Termin haben die Tarifvertragsparteien nicht vereinbart. Sie wollen
sich erst wieder treffen, wenn es zu einer Bewegung entweder in den Verhandlungen
anderer Bundesländer gegeben hat, oder die Arbeitskampfaktionen im Weihnachtsgeschäft
Wirkung gezeigt haben.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

1 Jahr ver.di-Baur-Blog!



http://www.briard.dk/Dansk/happy_birthday_m_balloner.gif 
Der ver.di-Baur-Blog ist 1 Jahr alt!
Am 24.10.2012 wurde der erste Post eingestellt.

Seitdem haben sich mehr als
40.000 Besucher für den Baur-Blog interessiert. 
Über 100 Posts wurden bisher eingestellt und weit  
über 1000 Kommentare wurden von den Besuchern dazu geschrieben.
Wichtige Themen des zurückliegenden Jahres waren neben vielen anderen Brennpunkten in der Baur-Gruppe vor allem die Fokus-Maßnahme der Otto-Group, die Schließung der Kaufwelt und aktuell die Tarifverhandlungen im Einzelhandel.

Wir wünschen allen Besuchern weiterhin einen informativen Austausch und freuen uns auf konstruktive, interessante Beiträge.

Euer ver.di-Blog-Team

Samstag, 19. Oktober 2013

Neuer Streikhöhepunkt im bayerischen Einzelhandel


München u.a. 18.10.2013. Im harten Tarifkonflikt um existenzsichernde Tarifverträge
im bayerischen Einzelhandel kommt es am Freitag zu einem neuen
Streikhöhepunkt: Beschäftigte aus weit über siebzig Betrieben sind zum
Streik aufgerufen. ver.di rechnet mit knapp 1.000 Streikenden. Betroffen sind
ausgewählte Betriebe von AEZ, Edeka, Esprit, H&M, Ikea, Kaufhof, Kaufland,
Karstadt, Marktkauf, netto, real,- und Zara in München, Regensburg, Augsburg,
Hof, Landshut, Memmingen und weiteren Orten in der Oberpfalz, in Unter-
und Oberfranken, Nieder- und Oberbayern.

„Fünf der zehn reichsten Personen in Deutschland sind Konzernherren aus dem
Handel. Auf der anderen Seite können viele Beschäftigte nicht von ihrer Arbeit leben
und müssen ergänzende staatliche Leistungen beziehen. Schon das ist ein Skandal.
Dass aber die Konzerne erst dramatische Kürzungen bei den Beschäftigten durchsetzen
wollen, bevor sie über berechtigte Entgelterhöhungen verhandeln, schlägt
dem Fass den Boden aus“, argumentiert Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer.

„Seit sechs Monaten kämpfen die Beschäftigten mit ungeheurem Mut und Ausdauer.
Sie leisten tagtäglich gute Arbeit und kämpfen solidarisch für gute Arbeit und gutes
Geld. Das verdient Bewunderung“, so Orhan Akman, ver.di Streikleiter in München.

„Die Leistungsverdichtung im Einzelhandel führt bei den Beschäftigten dazu, dass
sie immer häufiger „auf dem Zahnfleisch“ aus der Arbeit kommen. Gleichzeitig haben
sie immer weniger in der Tasche für das alltägliche Leben. Das muss ein Ende
haben. Die Angriffe der Konzerne sind ein Angriff auf die Existenzsicherung der Beschäftigten“,
sagte Monika Linsmeier, ver.di Streikleiterin in Niederbayern.

„Der Zorn und die Wut der Beschäftigten ist schon groß. Setzen die Konzerne aber
ihre „Tarifpolitik mit der Brechstange“ weiter fort, wird der Konflikt sich ausweiten“,
droht Manuela Schraut, ver.di Streikleiterin in Memmingen.

„Was die Konzerne „Modernisierung“ nennen ist schlicht und ergreifend Gier nach
immer mehr Profit, finanziert durch die eigenen Beschäftigten“, so Peter König,
ver.di Streikleiter in Unterfranken.

„Wenn sich bei den Tarifverhandlungen am Montag nichts bewegt, geht der Kampf
weiter. Wir dürfen der Gier der Konzerne nicht nachgeben“, sagt Georg Luber, ver.di
Streikleiter in der Oberpfalz.

„Gute Arbeit und Gutes Geld für Gute Leute ist eine zentrale Forderung der Streikenden
bei uns“ erklärte Dominik Datz, ver.di Streikleiter in Oberfranken

„Die Beschäftigten erwarten, dass die Arbeitgeber endlich ihre Blockadehaltung aufgeben
und sich bei der nächsten Tarifverhandlung in Richtung eines akzeptablen
Tarifabschlusses bewegen“, so Thomas Gürlebeck, ver.di

Hintergrund:
Tarifsituation Einzelhandel
Nach Beschäftigtenbefragungen, an der sich über 2.000 Beschäftigte des bayerischen
Einzelhandels beteiligt haben, hat die Große Tarifkommission am 12. März
folgende Forderungen für den bayerischen Einzel- und Versandhandels beschlossen:
· die Erhöhung der Tabellen für die Löhne und Gehälter um 6,5 %, mindestens
jedoch um 140 € im Monat,
· die Erhöhung der Tabellen für die Auszubildenden um 90 € im Monat,
· bei einer Laufzeit des neuen Tarifvertrages von 12 Monaten.

In der ersten Tarifverhandlung am 7. Mai lehnten die bayerischen Arbeitgebervertreter
ein Angebot ab. Sie forderten stattdessen Eingriffe in die Schutzregelungen für
die Beschäftigten bei der Arbeitszeit, Einschnitte bei der Bezahlung der Verkaufstätigkeiten,
Kürzungen bei den Nacht- und Spätzuschlägen sowie Billiglöhne für die
Beschäftigten der Warenverräumung.

In der dritten Tarifverhandlung am 15. Juli legten die Arbeitgeber ein erstes Angebot
von 2,5 % nach drei Nullmonaten für dieses Jahr und 1,5 % für nächstes Jahr vor –
sie machen aber den Abschluss ihrer Gegenforderungen zur Vorbedingung.

Die Tarifverhandlungen gehen am 31. Oktober in die fünfte Runde und beginnen um
11.30 Uhr in München. Verhandlungsort ist das Hansa Haus in der Brienerstr. 39 in
München.